Eine Lanze für das Thema Nachhaltigkeit!

Kein Trend, sondern ein Mega-Trend und nein, das geht nicht wieder weg!

Mich beschäftigt seit längerer Zeit die Frage des Hebels und wo dieser wohl anzusetzen ist, damit wir in Sachen Klimaschutz bahnbrechendere Dinge gemeinsam unternehmen können.

Weltverbesserer werden Menschen genannt, die in Aktion kommen und sich hier engagieren. Ich mag den Begriff nicht, denn er fühlt sich für mich in Anbetracht der Fakten zum Thema „Klima und unsere Erde“ fast wie ein neuer Hipster-Trend an.

Die Menschen hinter Fridays for Future umtreibt aber etwas viel größeres. Es ist fast so, als hätten sie etwas begriffen, während ein anderer Teil der Bevölkerung immer noch mit Verdrängen, Bagatellisieren und Hadern beschäftigt ist. Luisa-Marie Neubauer, das deutsche Gesicht der Fridays for Future-Bewegung möchte „in 20 Jahren nicht als Klima-Aktivistin in den Köpfen sein, sondern als jemand der Veränderung betreffend des Klimas vorangetrieben hat.“ Sie steht stellvertretend für eine Generation, die viele Dinge mit einer großen Portion Selbstverständnis einfordern. 

Was hat das jetzt mit Nachhaltigkeit zu tun?

Der Begriff der Nachhaltigkeit beschreibt bewusstes und verantwortungsvolles Handeln. Er geht weg vom Ich- und hin zum WIR-Denken. Nachhaltigkeit ist quasi die Überschrift und Klimabewusstsein ein Punkt neben vielen weiteren der sich daraus ergibt!

Die Verantwortungsträger bestehen aus einem Dreigestirn: dem Staat, den Unternehmen und dem Individuum.

Näher befassen möchte ich mich in diesem Blog-Beitrag mit der nachhaltigen Verantwortung von Unternehmen, genauer der nachhaltigen Verantwortung einer Anwaltskanzlei.

Nachhaltiger zu arbeiten kann unterschiedliche Ebenen betreffen:

Klimabewusstsein

Ein Bewusstsein schaffen für den klimatischen Fußabdruck der Kanzlei (Energie- und Wasserverbrauch, Firmenwagen, Dienstreisen, Pendelverhalten von Mitarbeitern, Müll- und Papieraufkommen) erzeugt Wissen, Transparenz und leitet möglicherweise schon über die Auseinandersetzung damit die Veränderung ein.

Mandatsarbeit 

Habe ich in der Mandatsarbeit aufgrund meines Rechtsgebietes, Standortes etc. die Möglichkeit, mir eine Mandantschaft zu suchen, die nachhaltig produziert, wirtschaftet, lebt, oder oder?

Soziales Engagement 

Bestimmte Rechtsgebiete bieten sich an, sich hier als Kanzlei auch sozial zu engagieren, z.B.:

– Sozialrecht

– Arbeitsrecht

– Familienrecht

– Agrarecht 

Gesundheit / Ernährung

Bewusstes Scannen der Lebensmittel innerhalb der Kanzlei, z.B.

– Wasser mittels Auftisch- oder Einbaugerät direkt aus der Leitung

– Fairtrade-Produkte 

– Obst aus regionalem Bestand zur passenden Jahreszeit

– Re-Cup-System etablieren bzw. an anliegende Cafés andocken (Adieu Wegwerfbecher!)

– Catering-Anbieter unter die Lupe nehmen

– und und und

Fortbewegung

Bewusstes Hinterfragen: Muss das sein oder geht es nicht auch anders?

– Fahrrad, Öffentliche Verkehrsmittel statt Auto

– Zoom, Skype etc. statt Face-to-Face

– Bahn statt Auto

Office-Organisation

– Goodies für Mandanten überdenken

– Plastik- und Verpackungen reduzieren 

– E-Commerce überdenken: Bestellungen kritisch hinterfragen

– Mülltrennung

– Stromanbieter hinterfragen

Vor all diesen Punkten steht etwas Entscheidendes: Es braucht eine Haltung dazu. Eine Haltung, die da lautet: Wir wollen unseren Beitrag leisten und setzen diesen auch konsequent um. 

Die oben stehenden Punkte sind Ideen, die weder vollständig sind noch bedeuten, dass sie von allen und am besten alle zugleich umgesetzt werden müssen. Möglicherweise ist aber etwas dabei, womit sich eine Kanzlei besonders identifizieren kann, dann gilt es, das anzupacken, zu entwickeln und vor allem auch kommunikativ zu transportieren. Wieso? Weil das auf einem Arbeitnehmermarkt den Unterschied macht. Arbeitgeber, die für Werte stehen und diese zeigen, erreichen ihre potentiellen Arbeitnehmer. Diese gucken inzwischen nämlich sehr genau hin.